wir freuen uns, Ihnen heute unseren neuen Kooperationsverbund KompRex – Kompetent in der Rechtsextremismusprävention vorzustellen.
Unsere Arbeit scheint notwendiger denn je, denn die aktuellen Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität (PMK) sind alarmierend: Über 84.000 politisch motivierte* Straftaten wurden 2024 registriert – so viele wie nie zuvor seit Einführung der Statistik im Jahr 2001. Besonders erschreckend ist der massive Anstieg rechtsextremer Gewalt: Nach Angaben der Betroffenenberatungsstellen ereigneten sich im Jahr 2024 täglich mindestens neun rechte Angriffe. Ereignisse wie der brutale Angriff Rechtsextremer auf SPD-Wahlkämpfer*innen in Berlin und die notwendigen Festnahmen innerhalb der Jugendgruppe „Letzte Verteidigungswelle“, zeigten, wie gefährlich die Radikalisierung in der extremen Rechten geworden ist. Der Angriff auf das Demokratiefest in Bad Freienwalde am 15. Juni 2025 hat noch einmal schmerzlich gezeigt, wie gezielt und skrupellos Rechtsextreme am helllichten Tag demokratische Orte angreifen.
Diese Eskalation ist kein Zufall. Sie ist Folge eines Klimas, in dem rechtsextreme Positionen immer offener geäußert und gesellschaftlich geduldet werden. In sozialen Medien, in der Schule, auf der Straße, am Arbeitsplatz: Antidemokratische und menschenverachtende Haltungen sind längst keine Randphänomene mehr, im Gegenteil: Sie kommen zunehmend aus der Mitte der Gesellschaft und breiten sich dort aus. Umso wichtiger ist es, denjenigen den Rücken zu stärken, die sich tagtäglich gegen diese Entwicklungen stellen und für demokratische Werte einstehen.
Sechs erfahrene Träger haben sich zusammengetan, um Wissen zu bündeln, Betroffene zu stärken, lokale Bündnisse zu unterstützen und rechtsextremen Strukturen etwas entgegenzusetzen:
- die Amadeu Antonio Stiftung
- die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus
- Cultures Interactive e.V.
- die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex)
- Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.
- das LidiceHaus Bremen
Bereits in der letzten Förderperiode haben fünf dieser Träger als Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention erfolgreich zusammengearbeitet, Vertrauen aufgebaut und wertvolle gemeinsame Erfahrungen gesammelt. Dieses Fundament trägt uns und gibt uns Stärke. Mit der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) in Trägerschaft des Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. ist eine wichtige neue Partnerin hinzugekommen, die eine bislang bestehende Leerstelle schließt: Die Ülkücü-Bewegung, bekannt als »Graue Wölfe«, stellt eine der bedrohlichsten rechtsextremen Bewegungen mit türkischem Ursprung dar. Sie ist unter türkischstämmigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen weit verbreitet und hat heute einen starken Einfluss in Deutschland. Unser neuer Kooperationspartner bringt in diesem Bereich jahrelange Expertise mit und wir freuen uns sehr, dass diese wichtige Perspektive nun auch in die Arbeit des KompRex einfließt.
Was wir gemeinsam erreichen wollen: Im Rahmen des KompRex entwickeln wir Fortbildungen, Methoden und Materialien für Fachkräfte aus Bildung, Jugendarbeit, Kirche, zivilgesellschaftlichem Engagement, Justiz und Arbeitswelt und Verwaltung. Wir bieten Beratung bei konkreten Herausforderungen vor Ort, begleiten lokale Netzwerke und stellen praxisnahe Handlungsempfehlungen bereit, etwa zu jugendkulturellen Entwicklungen, nationalistisch aufgeladenem Rechtsextremismus, Raumnahmestrategien, gesellschaftlichen Gegenstrategien oder Betroffenenperspektiven. Dabei bringen die Träger ihre je eigene Expertise ein und arbeiten gemeinsam an einer starken, vielfältigen und handlungsfähigen Präventionslandschaft.
In diesem Newsletter erfahren Sie mehr über die Kooperationspartner*innen und unsere Arbeit, aktuelle Entwicklungen und neue Angebote aus dem Verbund. Wir laden Sie herzlich ein, sich zu informieren, zu vernetzen und mit uns gemeinsam für eine wehrhafte Demokratie einzustehen. Schön, dass Sie an unserer Seite sind!
Ihre Lisa Geffken
Koordinatorin Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex)
*Diese Passage wurde korrigiert. In der ersten Version des Newsletters haben wir von 84.000 rechtsextremen Straftaten berichtet. Dies ist aber die Gesamtzahl der politisch motivierten Straftaten. Die Anzal der rechtsextremen Straftaten liegt bei 42.788. |