Liebe*r Leser*in,
ein Nachmittag im Freibad. Schwimmen, planschen, mit Freunden in der Sonne liegen. Genau das wollte der Verein EOTO e.V. (Each One Teach One) Schwarzen Kindern und Jugendlichen für sechs Stunden in Berlin möglich machen. Einen Ort schaffen, an dem sie unbeschwert einen schönen Sommerferien-Nachmittag mit ihren Familien verbringen können. Geschützt vor Anfeindungen, die sie im Alltag viel zu oft erleben. (1)
Doch daraus wurde nichts. Rechtsextreme machten im Netz Stimmung gegen die Aktion. Der Verein bekam rassistische Hassmails und sogar Gewaltandrohungen. Am Ende war die Angst um die Sicherheit der Kinder so groß, dass das Schwimmen abgesagt werden musste.
Und damit nicht genug: Rechtsextreme Politiker*innen forderten danach auch noch öffentlich, dem Verein alle Fördermittel zu streichen.
Es ist immer wieder das gleiche Muster. Erst wird Hass geschürt, dann werden Menschen bedroht und am Ende wird denjenigen das Geld entzogen, die sich gegen Rassismus einsetzen. Das Ziel ist klar: Engagement soll verschwinden, Räume sollen unsicher werden.
Aber geschützte Orte für Menschen, die von Rassismus betroffen sind, sind kein „Privileg”. Sie sind eine Notwendigkeit. Wir dürfen nicht zulassen, dass Hass unser Zusammenleben zerstört und das Engagement aus unserer Gesellschaft drängt.
Unsere volle Solidarität gilt EOTO e.V. und allen Betroffenen! Wir lassen die vielen Menschen nicht allein, die sich jeden Tag für ein gerechtes und sicheres Miteinander stark machen.
Weiterlesen & Mitmachen
Wie zeigt sich Rassismus eigentlich in unserer Sprache? Ob in Schulbüchern, beim Behördenbesuch, in Zeitungsartikeln oder im Alltag: Worte können Vorurteile und Machtverhältnisse festigen, oft ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen. Ein aktueller Artikel auf Belltower.News erklärt wichtige Begriffe und zeigt, wie Sprache Rassismus reproduziert – und was sich daran ändern lässt.
Wie erinnert man an eine Geschichte, von der es kaum Spuren gibt? Seit fast 30 Jahren setzen sich Ehrenamtliche gemeinsam mit Überlebenden und Angehörigen dafür ein, die Geschichte des ehemaligen KZ Uckermark zu erforschen und einen selbstorganisierten Ort der Erinnerung weiterzuentwickeln. Hier findest Du einen ausführlichen Bericht unseres Besuchs.
Gaming und Demokratie gehören zusammen: Auf der Gamescom in Köln zeigen wir mit Good Gaming Support, NetCitizens und Press Start – Forge Democracy, wie wir gemeinsam gegen Hate Speech, Diskriminierung und Desinformation im Gaming vorgehen können. Vom 26. bis 30. August kannst Du uns in Halle 10.1 am Stand F 011 treffen, Dich informieren und ins Gespräch kommen. Komm vorbei und mach mit für ein faires und solidarisches Miteinander im Netz!
Das macht Mut.
„Zukunft zusammen gestalten“ – nur eines der vielen Graffiti, die derzeit in Rostock entstehen. Mit bunten Wandbildern ermutigen lokale Künstler*innen gemeinsam mit Kindern zu mehr Mitbestimmung und zur Teilnahme an der Landtagswahl. Die Aktion setzt auf positive Botschaften statt klassischer Wahlwerbung – und bringt Demokratie dorthin, wo Menschen ihr täglich begegnen: in den öffentlichen Raum. (2)
Herzliche Grüße
Tahera Ameer
Vorständin der Amadeu Antonio Stiftung
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Quellen
1) Stellungnahme von EOTO e.V. zu den Vorfällen, 13. August 2026
2) Alle reden über Rechtsextreme – So helfen Graffiti, Amadeu Antonio Stiftung, 21. August 2026 |