Dieses Dorf hat das Anti-AfD-Rezept: Dorfpicknicks
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Liebe*r Leser*in,

 

fast jede zweite Stimme für die AfD: nach der Bundestagswahl war die Verunsicherung in Mösthinsdorf, einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt, groß. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, beschlossen die Menschen vom Heimatverein Wildtulpe: Wir müssen etwas tun.

 

Ihre Idee ist bestechend einfach: Sie bringen Menschen zusammen, um zu reden. Sie organisieren Dorfpicknicks und Ideenbrunches. Alle bringen etwas mit, der Verein kocht Kaffee, stellt frische Brötchen auf den Tisch – und dann wird diskutiert. Darüber, was die Menschen wütend macht, was ihnen fehlt und was im Dorf anders laufen muss.

 

Und Schritt für Schritt verändert sich etwas in dem kleinen Dorf. 

 

Es wird gestritten und nach Lösungen gesucht. Aus einem „Alles ist schlecht“ wird die Frage: Was können wir gemeinsam besser machen? 

 

Dieses Miteinander ist heute wichtiger denn je. In ganz Sachsen-Anhalt hängen AfD-Plakate mit Botschaften, die ausgrenzen und spalten. In Mösthinsdorf selbst hängt kein einziges AfD-Plakat. Vielleicht ist das ein Zufall. Oder vielleicht liegt es daran, dass die Menschen hier noch miteinander reden.

 

Genau deswegen unterstützen wir den Heimatverein Wildtulpe bei dieser Arbeit. Denn manchmal beginnt die Verteidigung der Demokratie nicht im Bundestag oder in einer großen Talkshow. Manchmal beginnt sie an einem Tisch in einem 300-Einwohner-Dorf – mit Kaffee, frischen Brötchen und der Entscheidung, einander zuzuhören. 

 

Dieses tolle Projekt konnten wir nur dank der Unterstützung von Menschen wie Dir möglich machen. Mit einer regelmäßigen Spende sorgst Du dafür, dass wir Initiativen wie diese auch in Zukunft noch unterstützen können.

 

Weiterlesen & Mitmachen

Queere Menschen leben gefährlich. Der Terroranschlag auf den Berliner CSD hat das einmal mehr gezeigt. Doch Rückzug ist keine Option: Sieben CSDs in Kleinstädten zeigen, wie wichtig Sichtbarkeit, Solidarität und sichere Räume gerade jetzt sind. Wie wir mit unserer Unterstützung diese Orte auf dem Land sicherer machen und was die Engagierten vor Ort berichten, liest Du hier.

 

Wer eine bezahlbare Wohnung sucht, hat es derzeit schwer. Doch statt echte Lösungen zu bieten nutzt die AfD die Not der Menschen für ihren Wahlkampf und macht Migrant*innen für den Wohnungsmangel verantwortlich. Eine Recherche auf Belltower.News zeigt, wie mit falschen Versprechen Hetze geschürt wird und warum die Pläne gar nicht umsetzbar sind. 

 

Am 1. September findet unser Fachtag „Antisemitismus und Rassismus im Kontext von Polarisierung und Emotionalisierung” in Berlin statt. Unter dem Motto „Demokratie verteidigen – Widersprüche aushalten” fragen wir: Wie gehen wir mit Emotionen in Debatten über Antisemitismus und Rassismus um? Ein interdisziplinäres Panel bringt Perspektiven aus Wissenschaft, Bildung, Aktivismus und Praxis zusammen – um Chancen und Herausforderungen für konstruktive Dialoge zu diskutieren.

 

Das macht Mut.

Immer mehr Menschen setzen sich für die Prüfung eines AfD-Verbots ein. Am Wochenende haben rund 10.000 Menschen in 11 Städten genau dafür demonstriert und gezeigt: Der Druck wächst und die Politik muss endlich handeln. (1)

 

Herzliche Grüße

Timo Reinfrank

Vorstand der Amadeu Antonio Stiftung

 

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Quelle

1) Fast 10.000 Menschen demonstrieren bundesweit für AfD-Verbotsverfahren, Zeit, 09.08.2026

Amadeu Antonio Stiftung
Karl-Marx-Allee 1
10178 Berlin
E-Mail: info@amadeu-antonio-stiftung.de
Tel.: +49 (0)30 240 886 10
Fax: +49 (0)30 240 886 22

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