2025 hat gezeigt, wie kraftvoll die Zivilgesellschaft ist. Wie klar Demokrat*innen aufstehen, wenn rote Linien überschritten werden. Wie entschlossen Menschen Betroffene rechter Gewalt schützen. Und wie laut der Protest ist, sobald politische Akteur*innen mit der AfD kokettieren oder die Brandmauer einreißen.
Doch 2026 verlangt uns noch mehr ab. Die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz werden zeigen, wie weit die AfD im Westen vorgerückt ist. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern geht es sogar darum, ob erstmals eine rechtsextreme Partei ein Bundesland regieren könnte. Und auch in anderen Bundesländern wird es darum gehen, die rechtsextreme Landnahme bei der Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin sowie den Kommunalwahlen, Bürgermeister*innen- und Landratswahlen zu verhindern.
Deshalb sollten wir über einen Satz sprechen, den ich 2025 zu oft gehört habe: „Irgendwann muss die AfD ja mal regieren, um sie zu entzaubern.“ Nein. Muss sie nicht. Denn das verharmlost, wie gefährlich eine solche Regierung wäre. Gerade Sachsen-Anhalt zeigt das Risiko: Eine AfD-geführte Landesregierung wäre ein Systembruch: Eine Landesregierung, die die Zusammenarbeit mit dem Bund verweigert, Förderstrukturen kappt, Zivilgesellschaft unter Druck setzt und demokratische Institutionen schwächt. Wer glaubt, man könne „es die AfD mal machen lassen“, wird ein blaues Wunder erleben.
Die AfD versucht seit Jahren, die Zivilgesellschaft und demokratisches Engagement gezielt zu bedrohen, einzuschüchtern und zu diskreditieren, z. B. mit Kampagnen über vermeintliche „Neutralität“, unterschiedlichen Diffamierungsversuchen oder Angriffen auf Förderungen. Im November versuchte die AfD erfolglos, die staatliche Finanzierung der Stiftung mithilfe eines Antrags im Bundestag zu beenden. In ihrem jüngsten Antrag fordert sie nun einen Untersuchungsausschuss im Bundestag, der sich gegen zivilgesellschaftliche Organisationen richtet.
Ich verspreche dir: Das wird nicht gelingen – weil wir nicht allein stehen und die Menschen vor Ort sich nicht einschüchtern lassen. Wir werden uns 2026 einmischen: in die Neugestaltung der Bundesprogramme für Demokratie, in die schwierige, aber notwendige Debatte um ein mögliches AfD-Verbot und gegen die Versuche, demokratische Institutionen oder die Zivilgesellschaft zu schwächen.
Damit wir 2026 nicht unser blaues Wunder erleben, brauchen wir Menschen, die die Demokratieförderung stärken. Jede Spende hilft, gefährdete Orte zu stabilisieren – und bedrohte Menschen zu schützen.
2026 wird ein entscheidendes Jahr. Wir gehen es gemeinsam mit dir mutig an!
Guten Rutsch und alles Gute für 2026 Timo Reinfrank Geschäftsführender Vorstand der Amadeu Antonio Stiftung |